Geschichte der Türkei
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Die Türkei wie man sie heute kennt wurde am 29. Oktober 1923 durch Mustafa Kemal Atatürk gegründet. Er wurde zugleich erster türkischer Präsident der Republik Türkei und gilt heute noch als großes Vorbild. Die Hauptstadt ist Ankara.

Hervorgegangen ist die Türkei aus dem Osmanischen Reich, das von 1299 bis 1923 große Gebiete in Kleinasien, im Nahen Osten, auf dem Balkan und in Nordafrika besaß.

Die Besiedlung der Türkei ist erstmals im Jahr 10.000 v. Chr. nachgewiesen. Die Spuren der ältesten Häuser auf türkischem Boden wurden in Çatal Höyük gefunden und gehen wohl bis auf das Jahr 7.000 v. Chr.zurück. Ab dem Jahr 3.000 v. Chr. begannen sich frühe Hochkulturen zu entwickeln. Die Funde von Troja und Pergamon sowie der Artemis-Tempel in Ephesus (eines der Sieben Weltwunder der Antike) sind Beispiele für den archäologischen Reichtum der Region.

Die Heimat der Türken war eigentlich in Mittelasien. Im 3. Jh. v. Chr., bedingt durch die ständigen Auseinandersetzungen und Kriege mit China, zogen sie weiter nach Westen bis weit nach Mitteleuropa. Im 8. - 9. Jahrhundert n. Chr. teilten sich die Turkvölker in osttürkische Stämme (Uiguren und Kirgisen) und westtürkische Stämme (Ogusen). Die Seldschuken, ein Ogusen-Stamm, wurden in Anatolien (Kleinasien) ansässig.

Osmanisches Reich
Zu Beginn unserer Zeitrechnung gehörte Kleinasien zum Römischen Reich und Konstantinopel wurde 330 Hauptstadt des oströmischen beziehungsweise Byzantinschen Reiches. Seit 380 n.Chr. als Theodosius I. das Christentum zur Staatsreligion erhoben hatte, war die Stadt Mittelpunkt der Ostkirche und Sitz des einflussreichsten Patriarchen. Byzanz stand einerseits in Konkurrenz zum weströmischen Reich, andererseits war es Ziel von Angriffen persischer, hunnischer, germanischer, gotischer, arabischer, bulgarischer und awarischer Armeen.

Ab der Mitte des 11. Jahrhunderts drangen die Seldschuken aus dem Osten vor, eine islamisierte türkische Dynastie aus Transoxanien im heutigen Usbekistan, die zuvor Afghanistan und Teile von Persien erobert hatte. Mit der Schlacht von Mantzikert (1071) brachten die Seldschuken dem Byzantinschen Reich eine verheerende Niederlage bei.
Um 1299 gründete Osman I. (*1259, †1326; (regierte 1299-1326) das nach ihm benannte Osmanische Reich und die Osmanen-Dynastie. Seine Nachfolger erkämpften in blutigen Fehden gegen die anderen türkischen Stämme die Vorherrschaft.

Am 29. Mai 1453 eroberten sie unter Mehmed II. Fatih ("Der Eroberer") Byzanz, das zur Hauptstadt des osmanischen Reiches wurde. Sitz der Sultane wurde der neu errichtete Topkapı-Sarayı. Damit endete das Byzantinische Reich.
Das osmanische Reich kontrollierte über lange Zeit die wichtigen Handelsrouten („Seidenstraße“) zwischen Asien und Europa sowie das Schwarze Meer und Teile des Mittelmeeres. Handel und Gewerbe überließen die Osmanen aber europäischen Händlern und Mitgliedern ethnischer Minderheiten (besonders Griechen, Armenier und Juden). Ökonomisch trug sich das Reich in erster Linie durch Kriegsgewinne und Tributzahlungen aus den unterworfenen Gebieten.
Im 16. Jahrhundert drangen osmanische Truppen weit nach Asien, Afrika und auch nach Europa vor: 1514 bis 1517 besiegte Sultan Selim I. den Safawiden-Schah Ismail von Persien (1514) und eroberte Syrien, Palästina, Ägypten und Gebiete Nordafrikas (1516/17). Das Osmanische Reich wurde immer mehr zu einer Weltmacht.
Unter Sultan Süleyman I. dem Prächtigen (1520-1566) erlebte das Osmanische Reich seine Glanzzeit. In seiner Herrschaftsperiode kam die Kultur, Wissenschaft und Architektur zur Blüte, eine Vielzahl von Bauwerken zeugen auch heute noch von dieser Zeit. Zudem tat sich Süleyman als Feldherr hervor: In der Schlacht von Mohács wurde Ungarn 1526 besiegt. Wien belagerten die Osmanen 1529 vergeblich.
1662 bis 1664 im österreichisch-türkischen Krieg schlagen österreichische Truppen die Osmanen zurück. Die schrittweise Zurückdrängung des osmanischen Machtbereichs in Europa war eingeleitet.

Neuere türkische Geschichte
Doch der rasche Niedergang des Osmanischen Reiches wurde angesichts der Jahrhunderte währenden und immer größer werdenden Fehler unaufhaltsam. Neben den militärischen Niederlagen führte auch der starre Staatsapparat zum Niedergang: die aufwendige Lebensführung des Hofstaates, die Vorherrschaft des Militärs und eine feudal organisierte Ökonomie boten kaum eine Basis, um angemessen auf die sich im 18. Jahrhundert verändernde weltpolitische Situation zu reagieren.

Durch den zunehmenden militärischen Druck aus dem Westen und von Russland sowie der Nationalstaaten auf dem Balkan verlor das Osmanische Reich im 18. und 19. Jahrhundert zunehmend an Einfluss und Fläche.

1876 wuchs die jungtürkische Bewegung im Untergrund. Ihr Ziel war die Etablierung eines großtürkischen Nationalstaates. Die Verschwörung der Jungtürken erzwang 1908 von Sultan Abdülhamid II. die Wiedereinführung der Verfassung und die Übertragung der Regierungsgewalt auf Vertreter der nationalistischen Bewegung. 1909 musste der Sultan nach einem misslungenen Putsch abdanken. Sein Nachfolger und das Parlament hatten kaum noch Einfluss. Aber auch die autokratische Führung, die sich alleine auf das Offizierskorps stützte, fand keine Lösungen für die anstehenden Probleme. Auch die Maßnahmen zur Industrieansiedlung (Befreiung von Pacht, Zöllen und Steuern) blieben erfolglos.

In der Folge beteiligte sich Mustafa Kemal an vielen Fronten des Balkankrieges 1912 und des Ersten Weltkrieges 1914 - 1918.

An allen Fronten, vor allem an den Dardanellen, errang er durch seine besonderen militärisch- strategischen Fähigkeiten große Erfolge. Dennoch reichten sie nicht aus, um das große Reich vor dem Niedergang zu retten und die Niederlage der deutschen Verbündeten wettzumachen. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges gab es das osmanische Reich.

Die Kapitulation von 1918 und der Friedensvertrag von Sèvres, den der Sultan am 10. August 1920 annahm, sah eine massive Einflussnahme der Siegermächte auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Türkei vor, sowie weitere Gebietsabgaben an Griechenland und die Bildung eines armenischen und eines kurdischen Staates.
Smyrna (heute: Izmir, Türkei) musste an Griechenland abgetreten werden. Gegen diese Entwicklung formierte sich politischer und militärischer Widerstand, an dessen Spitze sich ab 1919 der jungtürkische General Mustafa Kemal setzte.

1921/22 wurden die Griechen aus Kleinasien vertrieben. Im Frieden von Lausanne (1923) erhielt die Türkei ihren heutigen Besitzstand.

Am 2. November 1922 setzte die Regierung den letzten Sultan Mehmed VI. (regierte 1918-1922) ab; sein Nachfolger Abdülmecid II. trug nur noch den Titel eines Kalifen. Der Friedensvertrag von Lausanne (24. Juli 1923) ersetzte den Vertrag von Sèvres und sicherte der Türkei die staatliche Autonomie zu.

Am 23. April 1920 gründete Kemal das neue Parlament in Ankara, das das Fundament des künftigen, neuen Staates bildete. Sowohl gegen die fremden Besatzungsmächte überall im Land als auch gegen den Sultan in Istanbul, der mit den imperialistischen Mächten kollaborierte, gegen Widerstände in seiner Armee und in seinem Parlament begann er mit dem nationalen Befreiungskampf. Damit prägte er auch das 20. Jahrhundert als ein Jahrhundert der nationalen Befreiungs- und Unabhängigkeitskämpfe.

Am 29. Oktober 1923 rief Mustafa Kemal die Republik aus. Kemal begann umgehend tiefgreifende Reformen der Gesellschaft, die auf die Ausbildung eines modernen Nationalstaates zielten:
Einführung eines bürgerlichen Gesetzbuchs nach westeuropäischem Vorbild (1923); Kleidungsordnung (Männer müssen u.a. Hüte tragen), Koedukation (1925); Verbot traditioneller Kleidung (Fez); Verordnung von Nachnamen (aus einer Liste von türkischen Namen zu wählen), Umzug der Hauptstadt nach Ankara; Berufung der Imame durch den Staat, (1926) die standesamtliche Ehe. Des Weiteren führte er das metrische System sowie den Gregorianischen Kalender ein. 1928 wurde die lateinische Schrift eingeführt. 1934 Jahre erhielten Frauen das Frauenwahlrecht.
Die Grundsätze seiner Politik bezeichnete Kemal als die 6 Pfeile:
Populismus, Nationalismus, Reformismus (Revolutionismus), Laizismus, Republikanismus, Etatismus.
1934 beschloss das Parlament, Mustafa Kemal den Beinamen Atatürk ("Vater der Türken") zu verleihen.

Seine Reformen, die das Land bis heute prägen, - auch als Erziehungsdiktatur bezeichnet - haben einen tiefgreifenden sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Wandel erreicht. Gleichwohl hatte er Elemente des Osmanischen Reiches nicht angetastet: so die autoritäre Staatsführung oder die Vorherrschaft des Militärs und der Beamtenschaft.

Die politische Situation in der Türkei seit den 1960er Jahren schien relativ verwirrend, da sie von stark wechselnden Mehrheiten, Neuwahlen, Parteineugründungen beziehungsweise -umbenennungen und Drohungen des Militärs zur Machtübernahme gekennzeichnet war.

Nach 1983 werden Neuwahlen und ein wirtschaftlicher Aufschwung durchgeführt. Es reisen immer mehr Touristen in die Türkei.

Der Europäische Rat beschließt, am 03.10.2005 mit der Türkei EU-Beitrittsverhandlungen aufzunehmen.

 
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